370
qnairols, gern in einer langsamen Spirale frecher Reden im-mer tiefer und froher in den Mittelpunkt der Schlechtigkeithinal'zndrehen pflegte. Der Fürst dachte dann: „er denkt ge-rade wie ich;" aber Gaspard macht' es mit ihm eben so.
Auch die wankende, blasse Julienne schlich endlich herein,um ihn zu sehen. Man umging, so weit man konnte, ihrent-wegcn das offne Grab der Freundin; aber sie fragte selbernach dem kranken Geliebten derselben recht angelegentlich. DerRitter — welcher für die meisten wichtigen Antworten sich eineignes Phrascs-Buch des Nichts, besondere Rcde-Eisblumcnangeschafft hatte, dergleichen waren, „es geht, so gut es kann"oder „man muß es erwarten" oder „es wird sich wol geben"— bediente sich der letzten Redeblume und versetzte: „es wirdsich wol geben."
Als er nach Hanse kam, hatte sich nichts gegeben, sondernhoch war die Fluth des Nebels gestiegen. Der Jüngling lagnieder — angekleidet auf dem Bette — unvermögend mehrzu gehen — brennend — irre redend — und doch bei jedemGlockenschlage seine alte Bitte in den hohen versperrten Him-mel rufend. Bis hieher hatte sein kräftiges, festes Gehirn dieVernunft wenigstens für alles, was Lianen nicht betraf, festzu behalten gewußt; aber allmälig ging die ganze Masse indie Gährung des Fiebers über. Vergeblich waffnete sich seinVater einmal, da er kniecte und um die Erscheinung der Tob-ten bat, mit dem ganzen Sturm und Donner seiner Persön-lichkeit; „gib mir den Frieden" betete Albano sanft weiter undsah ihm sanft dabei ins Gesicht.
Schoppe nahm jetzt mit der Miene eines wichtigen Ge-heimnisses den Vater allein und sagte, er wisse ein unfehlbaresMittel. Gaspard bezeugte seine Neugierde'. „Die Prinzessin