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tm Zimmer blickten zwei lange verschleierte weibliche Gestaltenans die dritte nnd sahen kein Gesicht und niemand ihres.
Liane spielte mit den Fingern am Schleier. Der Abendstand im Zimmer und die Stille zwischen dem Blitze nnd demDonncrschlag. „Denke an den allmächtigen Gott!" rief Spe-ner. — Sie antwortete nicht — er sprach weiter: „an unsere„Quelle nnd an unser Meer, er allein steht dir jetzt imDun-„keln bei, wo dir die Erde nnd die Menschen ans der Hand„entsinken nnd alle Lichter des Lebens." — Plötzlich fing siean und sagte ganz freudig-leise und schnell hintereinander,wie wenn der Mensch im Schlafe spricht, und immer entzück-ter nnd schneller: „Karoline — hier, hier, Karoline — dasist meine Hand — wie bist du so schön!" — Der unsichtbareEngel, der ihre erste Liebe geheiligt, der ihr Leben begleitethatte, schimmerte wieder wie ein anfgegangencr Mond überdas ganze dunkle Sterben, und der Glanz verschmolz die kleineMainacht leise mit dem großen Frühlingsmorgen der andernWelt.
Nun lehnte die verschleierte Nonne des Himmels ganzstill an der Mutter — Der Todescngcl stand unsichtbar nndzornig unter seinen Opfern — Mit großen Flügeln hing dieTodcs-Eulc der Angst sich über die Mcnschen-Augcn und hacktemit schwarzem Schnabel in die Brust herab nnd man hörtenichts in der Stille als die Eule — Düster wälzten sich desRitters melancholische Augen in ihren tiefen Höhlen zwischender stillen Braut nnd dem stillen Sohne hin und her; nndGaspard nnd der Würgengel schaneten einander finster an. —
Da klang ans Lianens Harfe ein Heller, hoher Ton langin die Stille; die Parze, die an ihrem Leben spann, kanntedas Zeichen, hielt innen nnd stand auf, nnd die Schwester mit