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„zu Gott, ich seh' dich sonst nie mehr — sieh mich an, segne,„heilige mich, gib mir deinen Frieden, Schwester!" — Siewar still in die lichter aufbrcchende Sonncnwolke vertieft. „Sie„hält dich sür mich (sagte Albano zu Karl wegen ihrer ähn-lichen Stimmen), und gibt dir keinen Frieden!" — „Stiehl„meine Stimme nicht," sagte Karl zornig. — „O, lasset Sie„in Ruhe," sagte die Mutter, aus deren gebückten Augen nurkleine, sparsame Thräneu ans den Kranz der Tochter zitterten,deren mattes, nach dem Himmel ausblickcndes Haupt sie an sichangelehnt mit beiden Händen hielt.
Aus einmal, als die Sonne die Wolken wie Augenlicderausschlug und hell heruntcrblickte, erschütterte sich die stille Ge-stalt; Sterbende scheu doppelt, sie sah zwei Sonnenkngcln undrief an die Mutter geschmiegt: „ach Mutter, wie groß undfeurig sind Seine Augen!" — Sie sah den Tod am Himmelstehen. „Bedecket mich mit dem Leichenschlcicr (flehte sie ängst-lich) — meinen Schleier!" Ihr Bruder griff nach ihm unddeckte damit die irren Augen und die Blumen und Locken zu;auch die Sonne zog schonend wieder das Gewölke über sich.
„Denk' an den allmächtigen Gott!" rief ihr der frommeVater zu. „Ich denke an ihn" antwortete leise die Verhüllte.Die Aurora der zweiten Welt steht schwarz vor den Menschen,sie bebten alle. Albano und Roquairol ergriffen und drückteneinander die Hand, dieser aus Haß, Albano aus Qual, wieman in Metall knirscht. Das Zimmer war voll unähnlicherbefeindeter Menschen, die der Tod gleich machte. Seitwärtssah Albano eine fremde hcrcingeschlichcne ihm widrige Gestalt;es war sein unkenntlicher Vater, dessen große, düstere Augenscharf und hart auf dem Sohne hafteten. — Aus dem zwei-