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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
364
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der Scheere kam. Liancns Finger hörten aus zu spielen undunter dem Schleier wurd' es still und unbeweglich.

Dein Kopf ist schwer und kalt, meine Tochter" sagte dietrostlose Mutter.Reißt den Schleier weg" rief der Bruder;und als er ihn herunter zog, ruhte Liane zufrieden und lä-chelnd darunter, aber gestorben die blauen Augen offennach dem Himmel der verklärte Mund noch Liebe athmcnd die jungfräuliche Lilien-Stirn von der tiefer herabgcsunknen- Blumeukrone umwunden und bleich und verklärt vom Mond-schein der höhcrn Welt die fremde Gestalt, die groß aus denkleinen Lebendigen unter ihre hohen Todtcn trat.

Da quoll die goldnc Sonne durch die Wolken und durchdie Thronen hindurch und übergoß mit dem blühenden Abend-licht, mit dem jugendlichen Rosen-Ocl ihrer Abendwolken dieentfärbte Himmclsschwester, und das verklärte Antlitz blühtewieder jung. Am Himmel schlugen alle Wolken, berührt vonihren Flügeln, als sie durch sie zog, in lange rothe Blütenaus und durch den hohen über die Erde geblähten Ncbel-flor glühten die tausend Rosen hindurch, die gcstreuet und ge-wachsen waren auf der Wolken-Bahn, worauf die Jungfrauüber die Erde zu dem Ewigen ging.

Aber Albauo, der verlassene Albano stand ohne Thräncnund Augen und Worte unter den gemeinen Klagcstimmen desSchmerzes im roscnrothen Abendfeucr des heiligen Verklä-rungs-Zimmers, unter dem irdischen Getümmel neben derstillen Gestalt; in tiefer Vergangenheit zeigte ihm der Schmerzein Meduscnhaupt und er sah es noch an, als sein Herz schondavon versteinert war, und er hörte immer das finstere Hauptdie Worte murmeln:Wie bitter hatte die Todte in Lilar über