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„Bist du so krank, Lieber?" fragte sie mit der alten LiebcS-Bekümmcrniß, die ihr weder der fromme Vater, noch der letzteGenius, der den Menschen erkältet gegen das Leben und Lie-ben, eh' er es entrückt, ans dem Herzen nehmen konnten. —
„O, wollte Gott!-Nein, ich bin's nicht" sagte er und
erstickte aus Schonung den innern Sturm; denn er hätte sogern seinen Jammer, seine Liebe, seinen Todes-Wunsch ausgc-ruscn vor ihr mit einem tödtlichcn Schrei, wie eine Nachti-gall sich zu Tode schmettert und vom Zweige stürzt.
Ihr erkältetes Auge ruhte, sich erwärmend, lange auf sei-nem Angesicht voll unaussprechlicher Liebe, und sie sagte end-lich mit schwerem Lächeln: „So liebst du mich also wieder,„Albano! '— Du hattest dich auch in Lilar ganz geirrt. Erst„nach langer Zeit wird mein Albano cs erfahren, warum ich„von Ihm gewichen bin, nur zu Seinem Wohl. Heute, heute„an meinem Sterbetage sag' ich dir, dasi mein Herz dir treu„geblieben. — Glaub' es mir! — Mein Herz ist bei Gott,„meine Worte sind wahr — Sich! Darum bat ich dich heute„zu mir — denn du sollst sanft, ohne Reue, ohne Vorwurf„ans deine erste Jugendliebe herübcrsehen in deinem künftigen„langen Leben. — Heute wirst du nicht böse über die kleine„Linda, daß sie vom Sterben spricht — Sichst du wol, daß„ich damals Recht hatte? — Hole mir das Blatt dort!" —
Er gehorchte; es war ein mit zitternder Hand gemachterUmriß von ihr, der Linda's edcln Kopf vorstellte. Albano sahdas Blatt nicht an. „Nimm es zu dir" sagte sic; er that es.„Wie bist du so willig und gut! (sagte sie) Du verdienst Sic„— ich nenne Sic dir nicht — als den Lohn deiner Treue„gegen mich. Sie ist deiner würdiger als ich, Sie blüht wie„du, siecht nicht wie ich; aber thu'Ihr nie Unrecht — Deine