Gesicht bedeckte: „Es ist ein einziger Unschuldiger unter uns„(sagt' er, ganz bleich und unruhig) — der Jüngling hier,"indem er auf Albano zeigte. Eben donnerte oben ein Wagenmit sechs Pferden vorüber. Schoppe sprang auf, fragte zwei-mal schnell den sinnenden Albano: „gehst du mit?" kehrte sichzornig von dessen Nein weg, trat dicht vor den Kahlen undsagte wüthend: „Hund!" — und kehrte sich um und gingfort. Am Kahlen regte sich keine Miene auf der blcich-geblieb-ncn Haut, sondern nur die Hand ein wenig, als sei in ihrerNähe ein Stilct zum Griff, aber er sah ihm mit jenem Blickenach, vor welchem das Mädchen in Neapel starb.
Albano ergrimmte über den Blick und sagte: „Mein Herr,dieser Mann ist ein durchaus redlicher, treuer, kräftiger Mensch;aber Sie haben ihn selber gegen sich erbittert und müssen ihnsreisprechcn." — Mit sanfter, schmeichelnder Stimme versetzteer: „ich kenn' ihn nicht erst seit heute, und er kennt mich auch."— Albano fragte, ob er vorhin mit dem großen Bernhardden Schweizerbcrg gemeint. „Wohl! (versetzt' er) Ich reise„jährlich hin, um eine Nacht mit meiner Schwester zuzubrin-„gen." — „Meines Wissens sind nur Mönche da" sagte Al-bano. -— „Sie steht unter den Ersrorncn in der Klostcr-kapclle*) (versetzt' er), ich bleibe die ganze Nacht vor ihr undsehe sic an und singe Horen."
Sonderbar fühlte sich Albano während des Zuhörens ver-ändert — was er nur dem Punsch znschrciben konnte -— eswar weniger Rausch als Glut, eine fliegende Lohe brauscteüber seine innere Welt und der rothe Schein irrte an ihrenfernsten Gränzen umher; nun war ihm, als steh' er ganz mit
') Bekanntlich lehnen sic da unverwesct aneinander.