329
sic hat Eigenheiten. Sic verträgt sich mit keinen Frauen^außer den schlichten und blindguten; daher ihre Kammerfrauenfür sic leben und sterben. Die Männer hält sic für schlechtund sagt, sie würde sich verachten, wenn sie je die Frau oderSklavin eines Mannes würde; aber sie sucht sic der Kenntnissewegen. Dem Fürsten hat sic ohne Noth, wenn sic auch Rechthatte, Bitterkeiten gesagt. Er lacht darüber und sagt, sie liebeohnehin Nichts, nicht einmal Kinder und Schooßhunde. Siemüssen sic sehen. Sic liefet Viel, sic lebt blos mit der Prin-zessin und scheint es, nach ihrem Putze zu schließen, wenigstensan unserem Hose aus keine Eroberungen anznlcgcn."
Albano sagte, manche dieser Züge wären ja herrlich, undbrach kurz ab. Wahrend des Gesprächs hatte der Professorfleißig Alles recht gestellt und festgcschraubt und war jetzt desAnfangs gewärtig. Er bemerkte die Helle sommcrlaue Nacht
— ging mit einigen Einleitungen in den Mond voraus, umdie sechs Augen ans die beträchtlichsten Mondsflcckcn zu lenken
— schattete vorläufig einige Schatten droben ab — führte anden Krater Bcrnoulli („ich bediene mich Schrötcrschcr Namen"sagt' er) — das höchste Gebirge Dürfet („es besteht freilichaus drei Höhen" sagt' er) — den Landgrafen von Hcsseukassel(„den Berg Horeb aber nennt ihn Hcvel" sagt' er) — den Mont-blanc — die Ringgcbirge überhaupt und schloß mit der listi-gen Versicherung, es gebreche freilich der Warte noch sehr anInstrumenten.
Die Haltermann sehnte sich unbeschreiblich nach dem Land-grafen von Hesscnkasscl im Mond und trachtete nach dem Seh-rohr. „Es ist nur ein Flecken im Planeten, mein Kind!" sagte dieFürstin. -— „Und so ist's wol mit dem Montblanc drobenauch nichts?" fragte sic getäuscht. Die Fürstin nickte und