lauterer Frühling, und die Hcrbstuacht stand unter einem glän-zenden Vollmond. Höfe wünschen sich so sehr auf das Land,in die Idyllen murmelnder Quellen, rauschender Gipfel undblökender Schwcizcrcicn und Pächter hinein; — Höfe — d. h.Hoflcute, Hofdamen und dienende Kammerherrnstäbc und an-dere — sehnen sich so sehr unter Menschen; wie Thicre derDezember-Hunger, so treibt sic ein edler vom Thron-Gebirgein die platten Ebenen herab; nicht daß sie die Langweile flö-hen, sondern sic begehren nur eine andere, da ihre Kurzwelleeben in der Abkürzung und Abwechslung ihrer Langweilebesteht.
Kaum hatte der Hof seine erste Sehnsucht nach dem Volke,mit welchem er eine halbe Viertelstunde auf vertraulichem, dia-logischem Fuß lebte, gestillt: so kam er wieder zu sich selberund zcrstreuete sich in den fürstlichen Garten, um die Sehn-sucht nach der Natur in nicht kürzerer Zeit zu befriedigen.Eine Zeugin der Taufzeugin versprach an der Fürstin und desKindes Statt Christenthum. Diese selber knüpfte den Ministerwie einen Kammcrherrn an sich. Der Altgevattcr sah in einenverdammt langen Abend hinaus, worin er ihre Prozcssions-fahnc würde herumtragen müssen. Zum Genuß des Abendswar Konzert, und znm Genüsse des Konzerts Spiel arrangirt;und zum Genüsse des letztem hatte sich die Fürstin mit Frou-lay allein gesetzt, um unter dem allgemeinen Spielen der In-strumente und Karten ungestört mit ihm zu reden. Plötzlichwurden die zwei Pfunde, die in seiner Brust aufgehangcnwaren — denn mehr wiegt nach den Anatomen kein Herz —um zwei Zentner schwerer, als sie ihn fragte, ob er standhaftsei, vertrauen und für sic wagen könne. Er schwur, schon alsFürstin dürfe sie jede Aufopferung und Verehrung von seinem Dop-