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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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Wenn Weiber etwas durchsetzen wollen, so werden sie,sobald die Hindernisse immer wiederkchren, am Ende blind undwild und wagen Alles. Die Reise nach Italien rückte so nahe;noch immer wollte der Minister seine Hochachtung für die Ge-liebte nicht fahren lassen wicwol eben ans ihrem eignenMotive der Abreise, mit deren Nähe er sich zur frohen Ertra-gung eines so kurzen Feuers ermunterte; ihre Heftigkeitfür den Grafen nahm durch dessen Ruhe zu, weil Kälte starkeLiebe stärkt, so wie physische Kälte Starke kräftiger, undSchwache kränker macht; Froulay, als ein alter Mann,war, wie cs schien, fähig, ein ganzes Säkulum lang so aufdas Ziel loszuschleichcn, ohne einen einzigen unentbehrlichenSprung zu thun, da Alte wie Schiffe immer langsamer gehen,je länger sic gingen, und ans einerlei Grund, weil beide durchden Ansatz von Unrath, Muscheln und dergleichen schwerfälliger

geworden-Kurz, die Fürstin fragte am Ende nach Nichts,

sondern es ging so:

Der Fürst war verreiset, die Fürstin zu Gevatter gebetenaufs Land. Der Schloßvogt auf einem ihrer Landschlösser,der schon im Jahre vorher den Minister gebeten, hatte sichnicht entblödct, sich an diesem Treppen-Strick mit seinem De-szendenten unter dem Arm noch weiter herauf zu machen undoben aus dem Throne ihr, der Fürstin selber, sein Landcskind-lcin in die Arme zu legen. Gern lassen sich Fürsten herunter an dünnen Raupenfadcn (wie hinauf); sic schätzen dasgute dumme Volk und wollen die armen Kriech- und Zwcrg-bohncn denn sie wissen wohl, wie wenig daran ist - da-durch etwas heben und so zu sagen stängcln und stiefeln durchdas Fürstenstuhl-Bein. Der Minister war als sogenannterAltgevattcr" ohnedicß invitirt. Der Herbsttag war Heller,

Jean Paul's auSgew. Werke. XI. 21