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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
316
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Vater in Einem Jahre nach Italien gegangen; beide warenungewöhnliche Weiber und Freundinnen gewesen und von bei-den sein Vater der Freund. Die Möglichkeit eines verhülltenFehltritts seines Vaters war da. Eben so leicht konnten Ju-lienne» die Spuren dieses Irrwegs gewiesen sehn. Dannwürde ferner aus ihrer Schwcstcrliebc Licht auf ihren ganzenbisherigen Wcndclgang fallen; ihr liebender Anthcil an Albano.ihr warmer Blick, ihr Liebes-Wettrennen mit der Fürstinihr Briefwechsel mit seinem Vater ihr Anwcrbcn des Gra-fen für die Nomeiro. das sic eben so. wie cs schien, erhitztegegen die Fürstin als erkältete gegen Lianen am meistendie Sonderbarkeit ihrer Liebe gegen ihn, die sich nie weiterund offner entwickelte, Alles dieses gab Anschein, daß cs nurein verwandtes Schwcsterblut sei, was so oft auf ihren rundenWangen loderte, wenn sic ihn zu lange unbewußt angeschauct.Er machte nach diesem Schritt sogleich den Sprung; er vcr-muthcte nun auch, daß sie allein ihrer Linda zu Liebe ihnmit dem Zaubcrspiegel des Geister - Wesens zu blenden ge-sucht.

Was das Verhältuiß der Fürstin gegen den Minister an-langt. so war ihm jedes Wort darüber eine Lüge. Er ließsich eben so schwer eine gute Meinung von andern nehmen alseine schlimme. Gewöhnliche Menschen geben leicht die gutedahin und halten die schlimme fest; weichere werden leicht ver-söhnt und schwer entzweiet. Er war beiden ungleich. Bisherhalt' er sich der Fürstin Freundschaft mit dem Minister, ihreLandes-VisitazionSreiscn mit ihm und dergleichen so leicht ansihrer männlichen Klugsicht und Vorsicht abgeleitet, welche überdas künftige Erb-Land ihres Bruders zugleich Wache haltenund Ausschluß haben wollte; und bei dieser Wahrscheinlichkeit,