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dann sogar noch weniger als er selber. Auch halt' er iinpoetischen nnd sündigen Taumel sich am Ende das moralischeZifferblatt selber beweglich gemacht, daß es mit dem Zeigerging; in dieser Verwirrung wnrd' ihm nicht gezeigt, wo Un-schuld war.
Hätt' er vorausgesehen, daß seine brieflichen Beichten infeindlicher» Winkeln an- und abprallen würden als einstmalsseine mündlichen: er hätte sie anders gerichtet.
Vor Erschütterung konnte Albano nicht sogleich den kur-zen Scheidcbricf — keinen Fchdcbries — an den Verlornenschreiben, sondern zögerte in der Gewißheit, daß der Haupt-mann nicht selber komme — als er kam. Denn Zögern ver-trug er nicht; körperliche und geistige Wunden nahm er alstheatralische auf; zu sehr gewohnt, Menschen zu gewinnen,verwand cr's zu leicht, Menschen zu verlieren. — Eine schreck-liche Erscheinung für Albano; nur der ausgestellte lange Sargdes gctödteten Lieblings! — Daß nun über dieses kräftig-knochige Gesicht, sonst die Veste ihrer Seelen, die Furchen desUnkrauts sich krümmte», daß dieser Mund, den die Freund-schaft so oft auf seinen gelegt, ein Pest-Krebs, eine deckendeRose des Zungcuskorpions für die trancnd-anuahende guteRabctte gewesen, Das zu sehen und zu denke» war reinerSchmerz. —
Kaum hörbar war Gruß und Dank; stumm gingen sieaus und ab, nicht neben, sondern wider einander. Albanosuchte seinen Zorn in die Gewalt zu bekommen, um Nichtsals die Worte zu sagen: gehe von mir und lasse mich Deinervergessen. Er wollte Lianen im Bruder schonen, der ihn dasOpfermesscr derselben gescholten; ungerechte Vorwürfe erhaltenuns in der nächsten Zukunft besser, weil wir sie zu keinen
Jean Paul's ausgew. Werke. XI. 20