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Sinnenrausch Hab' ich schon bisher und unter ihm mehr aus-gcstandcn, als er wcrth ist.
Nicht Das, was ich gestern bei Dir gelesen, gibt mir die-sen Entschluß — das frage Rabettcn über ihn — und meineFrcimüthigkeit gegen Dich ist ein willkürliches Opfer, da dieMysteric unter zweien hätte ohne mich eine bleiben können:sondern ich will nicht von Dir verkannt scy», gerade von Dir,der Du, bei so wenigen Reflexen Deines Innern, so leichtnachthcilig vergleichst und nicht merkst, daß Du meine Schwesterin Lilar gerade so, nur mit geistigem Armen, opfertest undihre Augen und Freuden in den Orkus warfst. Ich tadle Dichnicht; das Schicksal macht den Mann zum Unter-Schicksal desWeibes. Die Leidenschaften sind poetische Freiheiten, die sichdie moralische nimmt. Du hieltest mich doch nicht für zu gut,ich bin Alles, wofür Du mich nähmest, nur aber noch mehrdazu; und das Mchr-Dazn fehlt Dir noch selber.
O, wie fliegt mein Leben schneller, seit ich weiß, daßSie*) kommt! Das Schicksal, das so oft Gewicht und Näderlpielt und den Perpendikel des Lebens mit eigner Hand ans-wirft, hebt den meinigcn aus und alle Räder rollen der seli-gen Stunde unbändig entgegen. Sic ist meine erste, meinereinste Liebe; vor ihr riß ich alle meine blühenden Jahre ausund warf sie ihr hin auf ihren Weg als Blumen; für Sieopfcr' ich, wag' ich, thu' ich Alles, wenn Sie kommt. O,wer in der leeren Schaum- und Gaukel-Licbe Nichts fürchtet,was sollte der in der rechten, lebendigen Sonncn-Liebe scheuenoder weigern? — Du Engel, du Würgengel, du flogst hereinin mein kahles, ebenes Leben, du fliehst und erscheinst, bald
') Linda.