sündigen sich am leichtesten aus Langerweile an guten, aberlangweiligen Herzen — Schneller sprangen Lachen und Wei-nen, Tod und Scherz, Liebe und Frechheit ineinander über;das moralische Gift macht die Zunge so leicht als physischessie schwer — Die Arme! die jungfräuliche Seele ist eine reifeRose, ans der, sobald Ein Blatt gezogen ist, leicht alle ge-parrtc nachfallen; seine wilden Kusse brachen die erste» Blätterans — Dann sanken andere — Umsonst wehet der gute Ge-nius fromme Töne aus der Harfe des Todes und rauschetzürnend im Orkus-Flusse der Katakombe heraus — Umsonst!— Der schwärzeste Engel, der gern foltert, aber lieber Un-schuldige als Schuldige, hat schon vom Himmel den Sternder Liebe gerissen, um ihn als Mordbraud in die Höhle zutragen. Der Wehrlosen enges, armes Lebens-Gärtchen, worinnur wenig wächst, steht auf dem langen Minengang, der unterRoquairols ausgedehnten Lustlagern weglänft; und der schwär-zeste Engel hat die Minen-Lunte schon angestcckt — Feurigfrissct der gierige Punkt sich weiter. Noch steht ihr Gärtchenvoll Sonnenschein und seine Blumen wiegen sich — der Funkenagt ein wenig am schwarzen Pulver, plötzlich reißet er einenUngeheuern Flammen-Rachcu auf — Und das grüne Gärtchentaumelt, zersprengt, zerstäubt, in schwarzen Schollen ans derLust herab an ganz fernen Stellen — Und das Leben der
Armen ist Dampf und Gruft.-
Aber Roquairols ausgebrcitcte, weite und zusammenge-rvurzelte Lust-Parks widerstanden dem Erdstöße viel kräftiger.-— Beide traten dann betrübt — denn dem Hauptmann wareine kleine Laube anfgeschleudert — aus dem Miuirgange her-aus, traseu aber die Blinde nicht mehr an, die suchend sichverlaufen hatte, sondern stießen nur dem umherirrenden Albano