289
auf der Redoute und seiuc wcggcstoßcne Liebe für Liuda: werwar da mehr zu Thräncn bewegt als er selber? — Niemandals Nabette, deren Augen — durch ihren Vater und Bruderso wenig mit Männerthräncn bekannt geworden als mit Elephan-tcn-, Hirsch- undKrokodilsthränen — desto reicher in seine Trauerund Liebe, aber nicht so süß als bitter überstimmten. Das goß wie-der neues Ocl in seine Flamme und Lampe, bis er am Ende wiejener Schüler des Hexenmeisters vonGöthc die Besen, welche Was-ser zutrugcn, nicht mehr regieren konnte. Poetische Naturen habeneine mitleidige; gleich der Justiz besolden sic neben der Folterbankeinen Wundarzt, der die gebrochncn Glieder sogleich wieder ordnet,ja sogar vorher die Stellen der Quetschungen rcgulirt.
Der Mann sollte nie seinetwegen, ausgenommen vor Ent-zückung, weinen. Aber Dichter und alle Leute von vielerPhantasie sind Zauberer, welche — gerade als Widcrspieleder verbrannten Zauberinnen -— leichter weinen, obwol mehrvor Bildern als vor dem rohen, wunden Unglück selber, umdie armen Zauberinnen auf die schlimmste Wasserprobe zusetzen. Trauet nicht! Auf dem Machiuellcu-Gistbaum werdendie Regentropfen giftig, die von seinen Blättern rollen.
Judeß muß cs nie verschwiegen werden, daß der Hauptmannin diesem zweiten Kapitel seinen Entschluß bestärkte, die guteund so weiche Rabettc wirklich zu — ehelichen; „du weißt(sagt' er zu sich), was im ganzen an den Weibern ist, einPaar Mangel auf oder ab thun wenig; deine männliche Narr-heit, sie wie die ZinS- und Dcputatthiere ohne Fehl zu for-dern, ist doch wol vorüber, Freund." —
Jetzt setzt' er sich hin, um zu seinem dritten Kapitel cin-zutunkcn, worin er spaßte. Seine Lippen-Allmacht über dasznhorchende Herz erquickt' ihn dermaßen, daß er häufige Ver-
Jea» PanUs »uSgcw. Werke. XI. lg