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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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dann froh, daß sic wieder lebe? Darüber erwachte sie, nnd diefrohen dnrch den Traum sanft abgelösctcn Tropfen flössen ausden offnen Angen fort nnd erweichten wie Thauwind das starreLeben.

Ihr großen oder seligen Geister über uns! Wenn derMensch hier unter den armen Wolken des Lebens sein Glückwegwirst, weil er cs kleiner achtet als sein Herz: dann ist erso selig und so groß wie Ihr. Und wir sind Alle einer hei-liger» Erde werth, weil uns der Anblick des Opfers erhebtund nicht niedcrdrückt, und weil wir glühende Thronen ver-gießen, nicht aus Mitleidcn, sondern aus der innersten, heilig-sten Liebe und Freude. -

81. Z y k e l.

Warm und glänzend trat die Sonne, die heute wie dieUnglückliche verfinstert werden sollte, ihren Morgen an. Lianeerwachte zum Bcgräbuiß-Tagc ihrer Liebe nicht mit der gestri-gen Stärke, sondern weich und matt, aber heiterer durch dieAussicht in die Wiederkehr der friedlichen Zeit. Die Mutter,obwol selber kränklich, drückte sie schon frühe an ihr Herz, umden Puls des theucrsten zu prüfen. Liane blickt' ihr lieb-reich und sehnsüchtig recht lange mit nassem Auge ins nasseund schwieg.Was willst du?" fragte die Mutter.Mutter, liebe mich jetzt mehr, da ich allein bin;" sagte sie.Dann band sie vor der Mutter alle Briefe Albano's zusam-men, ohne sie zu lesen, den ausgenommen, worin er ihrenBruder um seine Liebe bittet. Sie scherzte gegen die Mutter,wie das Schicksal cs mit uns wie arme Eltern mit ihren Kin-