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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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sie stellte sich unerschrocken vor den polternden Vater und sagtedann ohne Thräne, ohne Bewegung, ohne Nöthe und mit sanf-ter Stimme:Ich habe heute vor Gott meiner Liebe entsagt.Der fromme Vater hat mich überzeugt."Und hatte derMann bessere Gründe dazu in petto als ich?" sagte Froulay.Ja (sagte sie), aber ich habe im Tempel geschworen zuschweigen, bis Alles die Zeit entdeckt.- Sjzin bitt' ich Sienur bei dem Allgcrechtcn, mir cs zu erlauben, daß ich Ihmseine Briefe persönlich wiedcrgebe und ihm es sage, daß ichanfhörc die Scinigc zu seyn, aber nicht aus Wankclmuth,sondern aus Pflicht; das bitt' ich, liebe Eltern. Dannwalte Gott weiter, und ich werde Ihnen in Nichts mehr un-gehorsam sehn."

Der elende Vater durch diesen Sieg aufgeblähter, wollteihr noch die letzte Bitte des sterbenden Herzens sauer machenund ließ sogar Argwohn über die Absicht der Zusammenkunftblicken; aber die Mutter, in ihrer schönen Seele von der schön-sten ergriffen) trat eifrig und verachtend dazwischen und be-jahte cs eigenmächtig. Auch schien Liane das Vater-Nein wenigzu bemerken. Als er fort war, riß die Mutter die stille Ge-stalt selig-weinend an sich; aber Liane weinte doch nicht soleicht an ihr, wie sonst, aus Liebe, cs sei, daß ihr Herz zuerhaben stand oder daß es eben so langsam in die alte Lagewicderkam, als cs aus ihr wich.Habe Dank, Tochter (sagtedie Mutter), ich werde dir nun das Leben froher machen."Es war froh genug. Ich sollte sterben; darum mußt' ichlieben" sagte sie. So ging sie lächelnd in die Arme desSchlafes mit hartklopfcndem Herzen. Aber im Traume kamcs ihr vor, sic sinke ohnmächtig dahin, verliere die Mutter undringe sich aus dem fliegenden Tode bange wieder auf und weine