nigcr stolzes Auge als das Spcncrschc wäre diese demüthige,aber gefaßte Heilige gewesen, deren Herz immer, wie der Son-ncnstral, am schönsten in der Zerspaltung erschien! —
Aber hier geht die Geschichte in Schleiern! Der Greisbefahl ihrem Mädchen znrückzubleibcn und nahm sie allein indas stnmmc Blnmcnbühl hinüber. Er schloß ihr die Kircheans, zündete noch eine Kerze auf dem Altäre an, damit daswüste Dunkel ihrem scheuen Auge nichts Vorspiele, und voll-endete, waS die Eltern nicht konnten.
Wie er cs erzwang, daß sie auf ewig ihrem Albano ent-sagte, wird von der großen Sphinx des Eides, den sie ihmschwur, bewacht und bedeckt. — Nur der ferne Mensch, derdie schöne Seele verlor, hatte auf der Sternwarte von denSonnen auf die Hellen Kirchcnsenster geblickt und hinter ihnenzerrüttende Erscheinungen gefunden, ohne zu wissen, daß siewahr wären und fein Leben entschieden.
Sie ging kalt über die Auen und Berge der alten Tage,die geleuchtet hatten, wieder in die Wohnung des Greises zu-rück, der sic mit größerer Ehrerbietung entließ, als er sic aus-genommen. Auf dem Nachtwcg war sic stumm und in sich ge-senkt gegen ihr Mädchen. Die Eltern erwarteten sic noch, dieMutter blickte bang' in die Nacht und in die Zukunft. End-lich rollte der lebendige Wagen in den Hof. Groß und mäch-tig, wie eine unschuldig Hingerichtete wieder vor dem Zerglie-derer auflebt und, ihn für den höhcrn Richter achtend, ent-fesselt und freudig spricht, so trat sie vor die Eltern; wie derkalte Marmor einer Göttcrgcstalt stand sie bleich, thränenlos,kalt und ruhig da. Sic wußte und wollt' cs nicht, aber sicging hoch über das Leben, sogar über die kindliche Liebe —sie konnte die Mutter nicht so inbrünstig küssen wie sonst —