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die Ministerin nufstand und sagte: „Sie sollen mich mehr ach-ten lernen."
Sic liest anspannen und fuhr zum Hofprcdigcr Spcncr.Sic kannte Linnens Achtung slir ihn und seine Allmacht überihr srommcs Gcninth. Sogar ihr selber imponirt' er noch.Aus jener frühem theologischen Zeit, wo noch der lutherischeBeichtvater näher an dem katholischen regierte, hatt' er durchdie Kraft und Großmnth seines Charakters einen Hirtenstab,der vom Bischofsstäbe sich blos im bessern Holze unterschied,hcrübergebracht. Sie mußt' ihm Linnens Verhältnisse zwei-mal erzählen; der feurige, erzürnte Greis konnte eine Liebegar nicht fassen und glauben, die sich sogar vor seinen altenAugen sollte fortgcsponnen haben ohne sein Wissen. „Jhro„Excellenz (antwortete er endlich) haben freilich gcfehlct, daß„Sie mir diese importante Begebenheit erst heute mitthcilcn.„Wie leicht würd' ich Alles durch Gotteshülse zu einem ge-segneten Ansgang geleitet haben! Es ist aber Nichts verlo-gen. Senden Jhro Excellenz das Fräulein noch diese Nacht„zu mir, aber allein, ohne Sic; das muß geschehen; dann steh'„ich für das Ucbrige!"
Einwendungen und Bedenklichkeiten würden blos den Ehr-geiz und Zorn des jGreiscs — welche beide unter dem Eisseiner Haare fortarbeiteten — entzündet haben; sie sagte ihmalso vertrauend Alles zu mit jenem Gehorsam, den sic auchauf Lianen vererbet hatte.
Recht hoffend nahm Liane den Befehl der Nachtreise zumguten, frommen Vater auf. Sie fuhr blos mit ihrem erge-benen Mädchen ab. Mit tiefbewegter Seele erschien sie vorihrem Beichtvater. Sie eröffnete sich ihm wie einem Gott;er entschied eben so. Welch' ein Anblick für ein anderes, we-