242
röthcn. Albano schämte sich, an sich zn denken, wenn eranssah in die ungeheure ansstcigcnde Nacht über ihm, worinTage und Morgenröthcn stehen und ziehen. — Er erhob sichund seinen Lehrer, wenn er davon sprach, wie jetzt droben inder Uncrmcßlichkcit Frühlingc und Paradiese junger Weltenund donnernde Sonnen und znsammcnbrcnncndc Erden durch-cinandcrfliegen und wir stehen hier unten als Taube unterdem erhabnen Orkan und der brausende Gewitterguß zeigtsich uns in dieser Ferne nur als ein stiller, stehender weißerRegenbogen aus der Nacht. —
So oft Albano's großes Auge vom Himmel kam, fandcs die Erde Heller und leichter. Endlich aber kam die Nacht,die der feindselige Geist schon so lange erlebt. Es warschon sehr spät und der Himmel ganz heiter, die Nebelfleckendrangen sich als höhere Marktflecken näher heran, der Himmelschien mehr weiß als blau, Albano dachte an die verborgene Ge-liebte, die neben ihm den Himmel und ihn noch mehr heiligenwürde durch ihr Herz voll unaufhörlicher Gebete: als er Plötzlichdurch das niedcrsinkendc Stcrnrohr in der Blumcnbühlcr KircheLicht erblickte—die Fürstcngruft offen — Lianen am Altäre kniecndmit aufgehobnen Händen — und einen alten Mann neben ihr, sie
gleichsam cinscgnend-Fürchterlich standen die Kcrzenflammcn
und LiancnS Gesicht und Arme nach der Tiefe umgcstürzt, weildas Sternrohr Alles umgekehrt erscheinen ließ.
Albano bat schaudernd den Astronomen, dahin zn schauen.Auch dieser sah die Erscheinungen, ihm aber namenlose. „Essind wol Leute in der Kirche" sagt' er gleichgültig. AberAlbano stürzte hinab — kaum könnt' ihm der verwunderteAstronom die Einladung auf die morgendliche totale Sonncn-ffnsterniß Nachrufen — und rannte aus Blumcnbühl zn. Wie