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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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oder aus Kälte gegen mich, oder aus Religiosität, Jrrthumund so weiter: dann seh' ich (fuhr er fort und suchte die bei-den Füße tiefer und fester in den Boden einzutreten, ohne docheinen Widcrhalt zu haben) weiter Nichts zu thun als Nichts,nicht ein plärrender Säugling, ein ächzender Siechling, son-dern ein eiserner Mann zu sehn nicht blutig zu weinenüber ein vergangnes Herz, über die tiefe Todcsasche auf allenFeldern und Pflanzungen meiner Jugend und über meinenUngeheuern Schmerz." So bethört' er sich und hielt dasBedürfnist des Trostes für die Gegenwart desselben.

Jeden Abend besuchte er die Sternwarte allster der Stadtauf der Blumcnbühler Höhe. Er fand den alten, einsamen,magern, ewig rechnenden Weib- und kinderlosen Sternwärtclimmer freundlich und unbefangen wie ein Kind, nichts fragendnach Kricgszeitungen, Modejournalen und Poesien; und nir-gends für sein Vergnügen Geld ausgebend außer auf der Postan Bode und Zach. Aber funkelnd blickte das alte Auge unterden sparsamen Augcnbraunen in den Himmel und poetisch er-hob sich ihm Herz und Zunge, wenn er von der höchsten ir-dischen Stelle, dem lichten Himmel über der schwarzen, tiefenErde, sprach von dem unübersehlichen Welt-Meer ohneUfer, worein der Geist, der vergeblich überfliegen will, er-müdet sinke, und dessen Ebbe und Fluth nur der Unendlichesehe unten an seinem Throne und von der Hoffnung aufden Sternenhimmel nach dem Tode, den dann keine Erd-scheibe wie jetzt durchschneidc, sondern der sich um sich selberohne Anfang und Ende wölbe.

Wenn Sokrates den stolzen Alzibiades durch die Erdkarteverkleinerte: so muß, wenn die Himmelskarte diese selbervernichtet, unser Stolz und Schmerz auf ihr noch mehr er-

Jean Paul'S ausgelv. Werke. Xt. ^0

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