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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
226
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sicht für die in den Schloßscnstcrn liegende Herrschaft zumzweitcnmale den Schloßhof durchrcisetc die verdoppelte Do-sis soll durchgreisen. Schoppens Hoffnungen nahmen amwenigsten ab, als gar oben weil Galla war man sichlange verborgen und verschwiegen hielt und endlich der Fürstals Sieger, aber müde von Hofkavaliers herabgebracht wurdein die Kapelle, um öffentlich für den Znrückzug der feindlichenMacht zu danken; ja als bald darauf auch die Braut nach-drang, aber von Kammerherrcn an den Armen zurückgehaltcn,sogar an der Schleppe von ihren Hofdamen zurückgezogen: sokonnte der Bibliothekar leicht ohne Sorgen bleiben.

Albano's bewegte, wallende Seele spiegelte die verworreneHof-Welt noch wilder und unförmlicher zurück, als sie war.Er hörte cs, wie die fürstlichen Vettern, sogar der künftigeThron- und Stuhlsolger, dem Vetter Lnigi Glück zur Gesund-heit, Vermählung und nächsten Zukunft wünschten, ob sic gleichdurch ihren Freund Bouverot ein lebendiges Sukzcssions-pnlvcr ihm von diesen drei Dingen hatten so viel nehmenlassen, daß sie ihm eben ihre kaltblütige Verwandtin als dieKronwache ihrer nahen Thronfolge zngeben konnten. Er hörtedieselben Hochzcitgesänge von allen Hof-Pcstitzcrn, die, wie einMuskel, ein besonderes Bestreben äußerten, sich kurz zu ma-chen. Er sah, wie der Fürst> obwol mit dem Gefühle, baldin seiner Fett- oder Wassersucht zu ersaufen alle Lügen

leicht und kalt und schadenfroh dahinnahm-- O, müssen

nicht die Fürsten, dacht' er, selber lügen, weil sic ewig belogen,selber schmeicheln lernen, weil sic immer geschmeichelt werden? Er selber konnte sich's nicht abgcwinnen, nur den kleinstenScherf eines lügenden Glückwunsches in den allgemeinen Lügen-Fiskns zu werfen.