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der lebe und sorge — sechstens send' er sie in die Festung * * *zu seinem Bruder, dem Kommandanten, falls sie wider-spenstig sei, um sie zu entfernen, zu bestrafen und zu rechtezu bringen, und weder Weinen noch Fußsallcn, noch Mutternoch Hölle sollen ihn beugen; und er schenk' ihr drei TageZeit zur Vernunft. —
Sie gab stumm mit nassen Augen ihrer bisherigen Trö-sterin das schwere Blatt. Aber ans dieser wurde eine Rich-tern:: „was willst du thun?" (sagte die Ministerin) — „Ichwill leiden (sagte Liane), damit Er nicht leide; wie könnt' ichso sehr gegen Ihn sündigen?" — Die Mutter nahm entwederim wirklichen alten Wahne ihrer leichten Bckchrnng, oderaus Verstellung jenen Er für den Vater und fragte: „michnennst du nicht?" Liane erröthete über die Vertauschungund sagte: „ach, ich Arme, ich will ja nicht glücklich scyn,nur treu." — Wie hatte sie nicht in dieser Nacht zwischenbangen Kriegen aller ihrer inncrn Engel betend gelebt undgeweint! Eine so schuldlose, von der heiligen Freundin imHimmel eiugescgucte Liebe — eine vom frühen Tode so sehr-abgekürzte Treue — ein so fester, mit hohen:, fruchttragendemGipfel gen Himmel wachsender Jüngling, den nicht einmalGeisterstimmen aus seiner treuen Kindheitslicbe gegen sie Un-bedeutende schrecken oder locken konnten — der ewige Unwilleund Gram, den er über die erste, größte Lüge gegen seinHerz empfinden würde — ihre kurze Durchgangsgcrechtigkeitdurchs Leben und die nahe Wegscheidc, an der sie nicht Steine,sondern Blumen auf die andern Pilger zurückwcrfen wollte— alle diese Gestalten nahmen sie an der Einen Hand, um sicvon der Mutter wegzuziehcn, die ihr mit den Worten nach-ries: sieh wie du undankbar von mir gehst, und ich habe so