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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
198
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Die Mutter schwieg mm und ließ die Tochter sauft anihrem Halse weinen; beiden war nach dieser Seelen-Dürrc derTrank der Liebe Erfrischung und Arzcnei. Sie ließen ein-ander ausgeheitert aus den Armen los, aber beide mit ganzirrenden Hoffnungen.

75. Z y k e l.

Ein harter, schwarzer Morgen! Nur der atmosphärischedraußen war dunkelblau, nichts war stürmisch und laut alsctwau die Bicuenflüge im Lindcudickicht, der Himmclsäthcr schienüber die steinernen Gassen hoch wegzuflattcrn, um im Hellen,offnen Lilar steh tief in alle Gipfel und Spitzen cinzusenkenund blau wie Psaueugeficdcr aus den Zweigen zu schillern.

Liane fand aus ihrem Schreibtisch ein Billet in Groß-quart gebrochen, worin der wie ein Herz ewig arbeitende Mi-nister schon am frühen Morgen, eh' er für die einzelnen Re-gicrungs- und Kammcrräthe die zur Fruchtbarkeit nöthigenStrichgcwitter aus den Akten aufgezogen, auf die schauerndeTochter mit einem kalten Morgenwolkenbruche niedcrzugchensuchte. Im gedachten Dekretalbriefchcn setzt' er's auf andert-halb Bogen mehr auseinander, was er gestern gemeintScheidung aus der Stelle und bog sechs Schcidungsgründean erstlich sein verstimmtes Verhältniß mit dem Vließrittcr zweitens ihre und des Grafen Jugend drittens dienahe Hofdamenstelle viertens sei sie seine Tochter und die-ses das erste Opfer, ans welches ihr Vater für alle seine bis-herigen Anspruch mache fünftens sehe sic an seinem nachsichti-gen Ja zur Liebe ihres Bruders, dessen anscheinende Besserung erihr zum Vorhilde Vorhalte, daß er nur für das Glück seiner Kin-