195
jetzt im August mehr an deu Spieltischen der Beider als zuHause war.
So blieb cs; und iu dieses kalte, schauerliche Geklüft zogdie freundliche Liane hinein, als sie an jenem lebenswarmcnSonntag das selige, offne Lilar verließ. Geläutert und ge-heiligt von der Freude — denn jeder Himmel wurde ihr einreinigendes Fegefeuer — kam sic edel au die Muttcrbrust, ohnedeu fremden Ernst des Empfangs zu merken vor eignem. Ihrleichtes Gcständniß der Gartcngesellschast öffnete die harteSzene —- fast in der Kulisse. Denn die Mutter, die andersansangen wollte, mußte sogleich aus den Donnerwagcn steigen,um gegen das unbegreifliche Vergessen der weiblichen Schick-lichkeit zu blitzen und zu donnern; und doch hielt sic die Don-ncrpferdc mitten im Lause iunc, um Lianen sogleich, da derMinister jede Minute kommen konnte, das Verschweigen derheutigen Gartengcsellschaft aufzulegeu. Nun warf sic den tief-sten Schlagschatten auf ihre bisherige stumme Falschheit gegeneine Mutter; denn sie verlegte die Säe- und Blütezeit dieserLiebe eigenmächtig schon in die Tage vor der Reise aufs Land.Wie erschrak die warme Seele über die Möglichkeit einer sol-chen Lieblosigkeit! Sie führte, so weit sie nur konnte, dieMutter den reinen, lichten Perlcnbach ihrer Geschichte undLiebe hinauf und sagte Alles, was wir wissen, aber ohne sehrzu befriedigen, weil sie gerade die Hauptsache ausließ; dennaus Schonung gegen die Mutter mußte sie die erscheinendeKarolinc, die anfangs die Bilderstürmern: ihrer Liebe und danndie begeisternde Muse und Brautführcrin derselben gewesen,mit dem Todtcuschcin der Zukunft in der Erzählung unsicht-bar bleiben lassen. —
Sie hielt mit inbrüstigem Druck die mütterliche Hand
13 *