Druckschrift 
11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
173
Einzelbild herunterladen
 

173

die Flügelthüren eines begeisterten Konzertsaalcs auf, nndheransschlagende Harmonien wehten vorbei und schnell gingendie Pforten wieder zn.

Sic setzten sich ans luftige Morgcnfenster, vor welchemdie Blnmenbühlcr Berge nnd Lilars Hügel nnd Pfade imSonncnglanze lagen. Um sic war der Abcndschattcn und Allesstill und die Acthcrharfe athmete leise. Sie sahen sich nuran nnd freucten sich ins Innerste hinein, daß sie einander lieb-ten nnd bewahrten. Wie entronnen blickten sie, von dieserBurg beschirmt, hinab in die rauschende, bewegliche Welt;unten blies der Wind die Mohn- und Tnlpcn-Lohe breiternnd in die schwere gelbe Ernte Die Silberpappeln, ewigenMai-Schnee tragend, flatterten mit aufgewühltem Glanzein Taubcnflug rauschte cintanchend ins Blau hinein unddrüben standen unter fliegenden Wolken die runden TempelGottes, die Berge, nebeneinander in Reihen nnd trugen baldNächte bald Tage nnd der fromme Vater stand allein aufseiner Höhe nnd reichte seinem Rehe weiche Aeste.

So bleiben wir!" sagte Albano nnd drückte ihre liebeHand mit seinen beiden an sein Herz.Hier nnd dort! (sagtesie) Albano, wie oft Hab' ich gewünscht, du wärest zu-gleich meine Freundin, damit ich mit dir von dir redenkönnte. Wer weiß es ans der Erde, wie ich dich achte, alsich allein?"Hier nnd dort? Liane, ich bin glück-licher als du, denn ich allein glaube an unser langes Lebenhier" sagte er ans einmal verändert.

Welche Ursache cs nun sei entweder die, daß der Menschgar nicht gewohnt ist, in einer von aller Zukunft und Ver-gangenheit abgelösctcn reinen Gegenwart glücklich zu seyn,weil sein innerer Himmel wie der Physische immer gerade und