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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
171
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Lustspiels auf. Der guten Rabctte war sein Anreden so vielwie sein Anschauen, obwol sie nur das Letztere erwicderte, umweder ins Du, noch Sic zu fallen. Albano, mit Ohren undAugen an Eine Seele geknüpft, konnte mit den Lippen nichtviel mehr Hervorbringen als ein seliges Lächeln; einen Hym-nus hätte er leichter gemacht als ein Bonmot, ein Tischgebetleichter als eine Tischrede.

Denn seine Liane war heute zu liebreich! So vergnügtund ermunternd schauete das süße Mädchen umher, mit soherzlichem Spiel die gesprächige, neckende Wirthin machend,daß ein Mann, der cS sah und an ihren festen Sterbeglaubcndachte, von diesem Tanz um das Grab, mit Blumen aus demHaupt, nur desto inniger gerühret wurde, wenn er auch merkte oder vielmehr eben darum daß sic hier mit dem Scherzeselber Scherz treibe, blos um nach ihrer neuen moralischenTraucrordnnng ihrem Geliebten jede Scheide-Stunde zuversüßen, sowol die nächste als die letzte. Aber das warschwer zu merken, weil in weiblichen Seelen jedes Scheinenleicht Wahrheit wird, nicht nur das trübe, auch das frohe.

Wie wurde ihr Freund und jeder gute Mensch so froh,weil die Heilige sich selber selig sprach! Und dann wurdewieder sie eS mehr. So schlägt, wie zwischen zwei Spiegeln,der Glanz der Wonne zwischen thcilnehmenden Herzen in wach-sender Vervielfältigung hin und her und wird nnabsehlich.

72. Z y k c l.

Die Stunde der Abfahrt rollte ans schnellem: Rädernheran, mehrere Sternbilder der Freude gingen unter, alsheranfkamcn. So grünen die blühenden Weingärten des Le-