lich von andern Mädchen ein Reisender, der sie besucht, so-gleich beim ersten Abschiede Abends eine kleine vollständigeBlumenlese aller ihrer Reize und Künste sortnimmt, wie einBrocken-Passagier im Wirthshansc einen niedlichen Straußüberkommt, ans den Moosarten gebunden, welche der Bergtragt.
Er glaubte, sie sei nun bei den Eltern, und folgte nichtals zerrender Knabe, sondern als einstimmiger Mann demNiesen des Schicksals nach. Im Garten herrschte Regcnwctter,die Aussaat jedes starken Gewitters, das immer wie ein Kriegden Kriegsschauplatz verdirbt.
Das verheißene Blättchen erschien: „Sei nur froh. Wir„sehen uns sehr, sehr bald, und dann recht selig. Vergib mir!„— ach, ich sehne mich am meisten." — ^
Jetzt empfand er's, welche Tage cs waren, die sonst —d. h. blos vor einigen Tagen — vor ihm wie göttliche Er-scheinungen vorübergezogen waren und die nun wieder hcranf-steigcn sollten in Osten als wiedcrkchrendc Sterne! — Warumschneidet sich erst das verlorne Gut wie ein scharfer Demantso tief ins Herz? Warum müssen wir erst etwas beweinethaben, eh' wir cs heiß bis zum Schmerze lieben? —
Albano warf Vergangenheit und Zukunft von sich weg,um nur ganz rein in der Gegenwart zu wohnen, die ihmvon Lianen versprochen worden.
71. Z y k e l.
Am Sonntags-Morgen, als der ganze blaue Himmel offenstand und die Erde festlich geschmückt mit Perlen und Zwei-