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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
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ras Blühen ihrer Farbe. Sic hörte ihn geduldig an; aberdurch die Prinzessin, die ihrer Liebe ungeachtet ihm selten er-freuliche Spuren nachgelassen, hatte heute ihre Phantasie einenganz andern Weg genommen, weit vor ihrem Ich nnd ihremGrabe vorbei. Sie stand blos vor Linda's Bild, von der ihrJulienne diesen Nachmittag schärfere Umrisse, als sonst Mäd-chen von Mädchen gebenes ist ein sehr gutes Mädchen"sagt jedes von jedem anvcrtranct hatte; Linda's männlicherMuth, ihre warme Anhänglichkeit an Gaspard bei ihrer Ver-achtung des Männerhauscns, ihre Unverändcrlichkcit, ihr küh-nes Fortschritten in männlichem Wissen, ihre herrlichen, oftharten, mehr körnigen als blumigen Briefe, und am meistenihr vielleicht nahes Hichcrkommcn, nahmen ihr zartes Herzgewaltig ein.Mein Albano muß sie haben," dachte immerdieses uneigennützige Gemüth und merkte, wenn die Prinzessindie Absicht dcmüthigendcr Vergleichungen gehabt, sie nicht,sondern erfüllte sie. Dabei fand die Gute so viel höhereSchickung daß z. B. ihr Bruder nun nicht mehr der Ne-benbuhler ihres Geliebten und seines Freundes sehn daßsie selber ihren kräftigen Albano vormalen könne der stolzenRomeiro, und daß ja, trotz alles Widerstandes, doch alle Geistcr-Weissagungen einander eingreifend faßten und hielten.Das Alles sagte sie nun, weil sic nur ihre Schmerzen, nichtihre Hoffnungen verbarg, dem Grafen gar ins Gesicht.

Welchen knirschenden Biß in sein weichstes Leben thatjetzt ein böser Genius! Diese glühende, ungetheilte, nichttheilende Liebe hatt' er, nicht sie glaubt' er. Er war rechtnahe daran, sein wie von einem Gcwitterschlag ans einmal indie Höhe brennendes Wesen auch so zu zeigen; nur die schuld-lose, weiße Stirn mit frohen Rosen in den kleinen Locken, der