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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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spräche, gleichsam in seines und in Liancns Herz. Sic warNichts als die lautere Liebe nnd Demnth, nnd ihr Talentcn-glanz war nur ein fremder Besatz, wie Götterbilder von wei-ßem Marmor den bunten nur als Zicrrath haben; man konntenichts thnn als sic anbetcn, sogar auf ihren Irrwegen. Aufder andern Seite hatte sie neben weichen, beweglichen Gefüh-len so feste Meinungen nnd Jrrthümcr, seine Bescheidenheitbekriegte so vergeblich ihre Demnth, und sein Anschn ihrenGeistcrwahn. Das feindselige Gefolge, das dieser nachschlcppte,sah er so deutlich über alle Freuden ihres Lebens herziehcn.Sein ihm ewig nachstcllcndcr Argwohn, daß sic ihn liebe, blosweil sie nichts hasse, nnd daß sie immer eine Schwester statteiner Liebhaberin sei, drang wieder gcwaffnct auf ihn ein. Sostritt hier Alles gegeneinander, Wunsch, Pflicht, Glück undOrt. Beide waren sich neu und unbekannt aus Liebe; aberLiane erricth so wenig als er. O wie zwei Menschen, ähn-liche Wesen, einander fremd und ungleich werden, blos weileine Gottheit zwischen beiden schwebt und beide anglänzt!

Etwas blieb in ihm unharmonisch und unaufgclöset; erfühlt' es so sehr, da die Sommernacht für höhere Entzückun-gen schimmerte, als er hatte da der tief im Aethcr zitterndeAbendstern der Sonne durch die Wolkcnrose nachdrang, woruntersic begraben war da die Achrcnfluren dufteten nnd nichtrauschten, und die zugcschlosscncn Auen grünten und nicht glüh-ten und da die Welt und jede Nachtigall schlief, nnd dadas Leben unten ein stiller Klostcrgartcn war, und nur obendie Sternbilder als silberne Actherharfcn vor Frühlingswindenferner Erden zu zittern und zu tönen schienen.

Er mußte Liane morgen Wiedersehen, um sein Herz aus-zustimmen. Nabcttc kam unendlich erheitert mit ihrem Freunde