117
die Acolsharfe im Donncrhäuschcn schlug; und sein Geniusflog vor ihm vorbei mit den Worten: sag' ihr darin dein gan-zes Herz.
Vor der kleinen Hütte der gestrigen Träume ging seinstürmendes Herz auseinander; und die Sonne und die Erdeschwankten vor den wilden Thräncn. Da er hineintrat mit ihrin den stillenden Noscnglanz der Abendsonne und in das Geister-getümmel der einsam miteinander redenden Töne: so faßte erLiancns Hände und drückte sie wild an seine Brust und sankvor ihr ohne Laut und geblendet nieder -— Flammen undThränen flogen über Augen und Wangen — der Wirbelwindder Töne wehte in seine lodernde Seele — der milde Engelder Unschuld bückte sich weinend und bebend gegen den bren-nenden Sonnengott — und cs schlängelte sich ein Schmerzwie eine bleiche Schlange durch die Rosen des milden Ange-sichts — und Albano stammelte: Liane, ich liebe dich —....
Da kehrte die Schlange um und faßte und bedeckte diesüße Rosen - Gestalt. „O guter Mensch, du bist unglücklich,„aber ich bin unschuldig." Sic trat erhaben zurück und zogschnell den weißen Schleier über ihr Gesicht herab und sagteaußer sich: „liebst du die Todtcn? Das ist mein Leichenschleier;„im künftigen Jahre liegt er aus diesem Gesicht." —„Das ist„nicht wahr" sagte Albano. „Karoline, antworte ihm!" sagtesic und sah starr in die brennende Sonne wie nach einer hö-hern Erscheinung. Fürchterliche Minute! wie bei dem Erd-beben das Meer wogt und die Luft fürchterlich still ruht, sowar seine Lippe neben der Verschleierten stumm und das ganzeHerz ein Sturm —> auf den Saiten wandelte eine seufzendeGeistcrwclt vorüber und der letzte endigte mit einem scharfenSchrei — die Schönheit der Erde verzerrte sich vor ihm und