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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
110
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Früchte fallen ließ. Die Eltern schrieben diese weiche Haltungdem Stadtlcbcu zu, als wäre nicht Karl länger in diese Ma-lerschulc gegangen. Nein, die Liebe ist die italiänischc Schuledes Mannes; und der kräftigere und höhere ist eben der Hö-hen: Zartheit fähig, wie ans hohen Bäumen sich das Obstmilder und süßer ründet als aus niedrigen. Nicht an unmänn-lichen Charaktcrn entzückt die Milde, sondern an männlichen;wie nicht an unwciblichen die Kraft, sondern an weiblichen.

Der gute Jüngling! So unschuldig lodert dir in-des; Karl cs allzeit leider deutlich wußte, wenn sein Blickbrannte und blitzte ans den Augen ein glühendes Herz,das cs nicht weiß! Möge dein Abend das Samenkorn einerblütenvollcn Jugend werden! Der Wagen rollet vor, dir un-gewiß, ob er ein Elias- oder Phaetons Wagen wird, ob dudurch ihn den Himmel erfliegst oder aus ihm fällst!

66. Z y k e l.

Der Wagen flog durchs Dorf mit den vier jungen Men-schen wie thut unscrm Jüngling die Weite des Himmelsund der Erde wohl! Das Portal des Lebens, die Jugend,war mit Blumen und Lichtern behängen. Sic rollten untenam Berge vor der Vogclstange vorbei, der Zeigerstange einesKnaben-Arkadicns, vor der Wiege, wo er kindlich-schlaftrunkennach dem hohen Himmel langte mit dem Knaben-Arm unddurch das ihm jetzt nur zu Gebüsch gcsunknc Birkcnwäldchcn,das er an jenem goldncn Morgen so breit und lang gefunden- und vorbei vor den östlichen offnen Triumphbogen, hinterdenen das Meer des vielgestaltigen Lilars seine Reize wogen