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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
92
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kcn: aber llkabette küßte sic bittend, drückte ihr die Hände sel-ber daraus und lies hinab.Das treue Herz !" sagte Liane;aber das arglose Helle Vertrauen ans die Freundin rührte ihn,und er konnte nicht Ja sagen.

Wenn in den Fluren Persiens ein Glücklicher, der aufder üppigen Aue tief unter Nelken und Lilien und Tulpenschlief, vor dem ersten Abendrufe der Nachtigall selig dieAugen aufschlägt in die laue stille Welt und in die bunteDämmerung, durch welche einige Goldfaden der Abendsonneglühend fliesten: so gleicht der Selige dem Jüngling Albanoim magischen Zimmer die Jalousiescnstcr strcnctcn gcbrochneLichter, grüne zitternde Schatten aus, und cs dämmerte heiligwie in Hainen um Tempel nur tonende Bienchen flogenans der lauten fernen Welt durch die schweigende Klause wie-der ins Getöse einige scharfe Sonncnstrcifc, gleichsam Blitzevor Schlafenden, wurden romantisch neben der Rose hin undher geweht und in dieser träumerischen Grotte mitten imrauschenden Walde der Welt wurde die Einsamkeit nicht einmaldurch das Schattenwcscn eines Spiegels gestört.

In diesen Zauber ließ sie die Töne wie Nachtigallen ausihren Händen fliegen die Töne wurden Albano wie voneinem Sturme bald Heller bald matter zugctriebcn er standvor ihr mit gefalteten Händen wie betend und ruhte mit tau-send Blicken der Liebe auf der niedcrschaucnden Gestalt.Einmal hob sie das heilige Auge voll Antheil langsam zu ihmaus, aber sie schlug es schnell vor dem Sonnenblick des scini-gcn nieder.

Nun deckten die großen Augcnlicdcr unbeweglich die süßenBlicke zu und gaben ihr wie ein Schlaf den Schein der Ab-wesenheit sie jchien eine weiße Maiblume auf winterlichem