„den Satyr an den Christus!" Wenige haben vom Erstau-nen meines Helden nur einen mäßigen Begriff, als dieser aufeinmal den Kritikus Tugend und Laster an einen runden Tischohne Rangstrcitigkcit setzen sah.
Mit einem Fcncrblick der Verachtung wandt' er sich abund wunderte sich, daß der Lektor blieb. Ihm scheint unbe-kannt zu scyn, daß die Malerei wie die Dichtkunst sich nur inihrer Kindheit auf Götter und Gottesdienst bezogen, daß sieaber später, als sic höher hcranwuchscn, aus diesem engenKirchhof herausschrcitcn mußten, wie eine Kapelle ursprünglicheine Kirche mit Kirchenmusik war, bis man beides wcglicßund die reine Musik behielt. Bouverot hatte die Achtung fürreine Form in so hohem Grade, daß ihn nicht nur der schmu-tzigste, unsittlichste Stoff, sondern sogar auch der frömmste, an-dächtigste nicht den Genuß verunreinigte; gleich dem Schieferbestand er die beiden Proben, zu glühen und zu gefrieren,ohne sich zu ändern.
Albano hatte die Mädchen durch das Fcnstcn in der Alleegesehen und eilte zum Abschiede von der Schwester hinunterund zu etwas Wichtigerem. Er kam mit poltern Rosen aufden Wangen, als um ihn glühten, zu einer Grasbank, woLiane neben der Schwester hinter dem rothen Sonnenschirmmit halbgescnktcn Augenlicdern und seitwärts geneigtem Haupteruhte — sanft in die Ernte des Abends versunken — son-nenroth übcrgoffcn vom Schirme — im weißen Kleide — miteinem dünnen schwarzen Krcuzchen auf der zarten Brust —und mit einer vollen Rose; sie blickte unscrn Geliebten so un-befangen an, ihre Stimme war so schwesterlich und alles soreine sorglose Liebe! Sie sagte ihm, wie sic sich freue aufseinen Jugend-Ort und ans das Landleben, und wie Rabette