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01. Z Y k e l.
Noch ehe der Hauptmann seinem Freunde Angusti's wahr-scheinliche Verräthcrei entdeckte: war Albano fast ganz mit demLehrer-Paar in Zwist. In einem Kreise voll Jünglingshcrzcn,die für einander schlagen und noch lieber fechten, fassen immerzwei unzerrcißlich in einander und werden eins ans fremdeKosten.
Albano schied sich keck von jedem, dem Karl mißfiel.Schoppe wurde ohnehin von wenigen lange geliebt, weil we-nige einen ganz freien Menschen erdulden; die Blnmenkcttenhalten besser, denken sie, wenn Galecrenkctten durch sie lau-fen. Er litt es daher nicht, wenn einer „mit zu enger Liebe„sich so fest um ihn klammerte, daß er die Arme so wenig„frcibchicltc, als trag' er sie in Bandagen von 80 Köpfen."Die sarkastische Lebhaftigkeit seiner Pantomime erkältete durchden Schein einer strengem Beobachtung den Hauptmann mehrals das gelassene Gesicht des Lektors, der eben darum allesschärfer ins stille Auge faßte.
Der gute Schoppe hatte einen Fehler, den kein Albanovergibt; nämlich seine Intoleranz gegen die „weiblichen Hei-ligenbilder von Hanscnblase," wie er sagte, gegen die sanftenIrrungen des Herzens, gegen die heiligen Ncbertrcibnngcn,durch welche der Mensch ins kurze Leben eine noch kürzereFreude einwebt. Einst ging Karl wie auf einer Bühne mitnntergcstecktcn Armen und niedergescnktem Kopfe ans und abnnd sagte zufällig, daß cs der Titular-Bibliothekar vernahm:„o ich wurde noch wenig von den Menschen verstanden in mci-„ner Jugend." Weiter sagt' er nichts; aber man schütte ausScherz ein Mandel Hornisse, ein Schock Krebse, eine Kanne
Jean Paul's auSgew. Werke. XI. 0