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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
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aufrecht trug als einen Kranz aus dem Haupte, nicht als Bürdeaus dem Stücken, mehr als Blumen denn als Früchte, die son-derbare Mischung von vorigem männlichen Feuereifer und weib-licher Zartheit, alles dieses weckte vor Albano gleichsam einenPropheten des Morgenlandes auf. Dieser breite Strom, derdurch die Alpen der Jugend nicdcrbranscte, zieht jetzt still undeben durch seine Auen; aber werft ihm Felsen vor, so steht erwieder brausend auf.

Der Greis sah den jugendlichen Jüngling je öfter jewärmer an; in unfern Tagen ist Jugend an Jünglingen einekörperliche und geistige Schönheit zugleich. Er lud ihn. ein,ihn in dieser schönen Nacht in sein stilles Häuschen zu beglei-ten, welches droben neben der Thurmspitze steht, die oben insFlötcnthal herein schauet. Ans den sonderbaren Jrrsteigcn,die sic jetzt wandelten, verwirrte sich Lilar vor Albano zu einerneuen Welt, wie nächtliche fliegende Silber-Wolken bauetcnsich die dämmernden Schönheiten in immer andere Reihendurcheinander und zuweilen drangen beide durch ausländischeGewächse mit grellfarbigen Blüten und wunderlichen Düsten.Der fromme Vater fragt' ihn thcilnehmcnd sein voriges undjetziges Leben ab.

Sie kamen vor einen dunkeln Gang in der Erde. Spcncrfaßte freundlich Albano's.rechte Hand und sagte, dieser führezu seiner Bergwohnung hinauf. Aber bald schien cs hinab-zugehen. Der Strom des Thales, die Nosana, klang nochherein, aber nur einzelne Tropfen des Mondlichts sickerten durchzerstreuete mit Zweigen übcrsponnene Bcrgöffnnngcn durch.Die Höhlung sank weiter nieder noch ferner rauschte dasWasser im Thale. Und doch sang eine Nachtigall immernähere Lieder Albano schwieg gefastet. Uebcrall gingen sie