Druckschrift 
11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

Die süßen Worte, die so innig gerührten Seelen, der feurigeSturm seines Wesens rissen ihn dahin und er umschloß dieUmarmenden und drückte die vcrschwistcrten Herzen an ein-ander und küßte die Schwester; als er über Liancns bestürztesWegbengen des Kopfes erschrak und blntroth ausflammtc.-

Er mußte entfliehen. Mit diesen wilden Erschütterungenkönnt' er nicht vor Lianen und vor den kalten Spiegeln derGesellschaft bleiben. Aber die Nacht sollte so wunderbar wer-den wie der Tag; er eilte mit Lebens-Blicken, die wie zornigeanssahen, aus der Stadt zur Titanide, zur Natur, die unszugleich stillet und erhebet. Er ging vor anfgcdeckten Müh-lenrädern vorbei, um welche sich der Strom schäumend wand. Die Abcndwolken streckten sich wie ansruhende Riesen ausund sonnten sich im Morgenroth Amcrika's und der Sturmfuhr unter sic und die feurigen Zcntimanen standen aufdie Nacht bauetc den Triumphbogen der Milchstraße und dieRiesen zogen finster hindurch. Und in jedem Elementeschlug die Natur wie ein Sturmvogel den rauschenden Flügel.

Albano lag, ohne cs kaum zu wissen, auf der Wald-Brücke Lilars, worunter die Windströmc durchrauschten. Erglühte gleich den Wolken von seiner Sonne nach seinetnnern Flügel waren, wie die des Straußes, voll Stacheln

und verwundeten ihn im Erheben-der romantische Gci-

stcrtag, der Brief des Vaters, Liancns Auge voll Thränen,seine Kühnheit und seine Wonne und Neue darüber und jetztdie erhabne Nacht-Welt auf allen Seiten um ihn her, zogenerschütternd im jungen Herzen hin und her er berührtemit der Feuer-Wange die bcregneten Gipfel und kühlte sichnicht, und war dem tönenden fliegenden Herzen, der Nachtigall,nahe und hörte sie kaum.-Wie eine Sonne geht das