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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
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sonncnrothcn Blumcubühlcr Berg hin nnd her bewegt. Uni-sonst kämpften die frischen braunen Augen nnd die überreifevolle Lippe gegen den aufwühlenden Schmerz, die heißenQuellen rissen sich durch und das blühende Angesicht mit demkräftigen Kinn stand crröthcnd voll Thräncn. Schmerzlich-verschämt und bange, für ein Kind gehalten zu werden, zu-mal da alle Rührungen der Andern unsichtbar geblieben waren,drückte sic das Schnupftuch über das brennende Gesicht undsagte zum Bruder:ich muß fort,'mir ist nicht wohl, cs willmich ersticken" nnd lief hinab zur sanften Liane.

Dahin trage nur die scheuen Schmerzen! Liane wandtesich und sah sie schnell und heftig die Augen trocknen. Achihre waren ja auch voll. Da Rabctte cs sah: sagte sie mu-thig:ich kann's ja nicht hören ich muß heulen ichschäme mich wol recht."O du liebes Herz, (rief Liane,freudig ihr um den Hals fallend) schäme dich nicht und blick'in mein Auge Schwester, komme zu mir, so oft du be-kümmert bist, ich will gern mit deiner Seele weinen undwill dein Auge noch eher abtrockncn als meines." Einüberwältigender Zauber war in diesen Licbestönen, in diesenLicbcsblickcn, weil Liane wähnte, sie trauere über irgend einenverfinsterten Stern des Lebens. Und nie hat die furchtsameDankbarkeit ein verehrtes Herz frischer und jugendlicher um-armet als Rabctte Lianen.

Da kam Albano. Vom Austönen des Wiegenliedes er-wachend war er ihr nachgccilt, ohne alle kalte und andereTropfen von seinen feurigen Wangen zu wischen;wie ist dir,Schwester?" fragt' er eilig. Liane, noch in der Umarmungund Begeisterung schwebend, antwortete schnell:Sic habeneine gute Schwester, ich will sic lieben wie ihr Bruder."