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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
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wehend über die Garten-Blüten und die Töne wiegten sichauf den dünnen Lilien des anfwachsenden Wassers, und dieSilderlilien zersprangen oben vor Lust und Sonne in flam-mige Blüten und drüben ruhte die Mutter Sonne lächelnd

in einer Aue und sah groß und zärtlich ihre Menschen an.-

Hältst du denn dein Herz, Albano, daß es mit seinen Freu-den und Leiden verborgen bleibt, wenn du die stille Jnngsranim Mondschein der Töne wandeln hörst? O wenn der Ton,der im Acthcr vertropft, ihr das frühe Verrinnen ihres Le-bens ansagt, und wenn ihr die langen weichen Melodien alsdas Rosenöl vieler zerdrückter Tage entfließen: denkst du darannicht, Albano? Wie der Mensch spielet! Die kleine He-lena wirft mit Anrikcln nach den lodernden Wasseradern, da-mit sie eine mit aufschlcndcrn; und der Jüngling Zesara bücktsich weit über das Geländer und lässct an der schiefen Handden Wasscrstral ans sein heißes Gesicht und Auge abspringcn,um sich damit zu kühlen und zu verhüllen. Durch seineSchwester wurde ihm der feurige Schleier geraubt, Rabcttcgehörte unter die Menschen, welche dieses tönende Beben sogarphysisch zernagt so wie wieder den Hauptmann die Har-monika wenig ergriff, der immer am wenigsten gerührt war,wenn cs andere am meisten waren; die Unschuldige war mitkeinen Schmerzen weniger vertraut als mit süßen; die bitter-süße Wehmuth, worein sie in der müßigen Einsamkeit derSonntage versank, hatten sic und andere blos für Verdrieß-lichkeit gescholten. Jetzt fühlte sic auf einmal mit Erröthcn ihrrüstiges Herz wie von heißen Strudeln gcfasset, umgcdrchctund durchgebrannt. Ohnehin war cs heute durch das Wicdcr-findcn des Bruders, durch das Verlassen der Mutter unddie verlegne Bangigkeit vor Fremden und selber durch den