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schäften sollen sic mit dem Opfer des Innersten büßen undkauft». Dürft ihr eure stillen Voraussetzungen zum Glückeiner Zwangsehc laut bekennen, z. B. die Entbehrlichkeit derLiebe in der Ehe, die Hoffnung eines Todesfalles, die vielleichtdoppelte Untreue sowol gegen den ehelichen Käufer als gegenden anßcr-ehclichen Geliebten? Ihr müsset Sünderinnen*) vor-aussctzcn, um nicht Ränber zu scyn.
Thnt mir nicht dar, daß Neigungsehen oft schlecht undZwangschcn oft gut genug ausgefallen, wie an Herrnhutern,Germanen und Orientalern zu ersehen. Nennt mir sonst lieberalle barbarische Völker und Zeiten her, worin, weil beide janur den Mann, nie die Frau berechnen, eine glückliche Ehenichts bedeutet als einen glücklichen Mann. Niemand stehtnahe genug dabei, die weiblichen Seufzer zu hören und zuzählen; der nngchörte Schmerz wird endlich sprachlos; neueWunden schwächen das Bluten der ältesten. Ferner: am Miß-geschick der Neigungs-Ehen ist eben ihr Verwehren und euerKrieg gegen die Vcrehlichtcn Schuld. — Ferner: jede Zwangs-Ehe ist ja meistens zur Hälfte eine Neigungs-Ehe. Endlich:die besten Ehen sind im Mittlern Stand, wo mehr die Liebe,und die schlechtesten in den höhcrn, wo die Rücksicht bindet;und so oft in diesen ein Fürst blos mit seinem Herzen wählte,so erhielt er eines und er verlor und betrog es nie.-
Welches ist denn nun die Hand, in welche ihr so oft dieschönste, feinste, reichste, aber widersträubcnde presset? Ge-wöhnlich eine schwarze, alte, welke, gierige. Denn veraltete,reiche oder steigende Libertins haben zu viel Kcnntniß, Sätti-
*) Ich spreche mehr von Töchtern, weil diese die gewöbnlichstenund größten Opfer sind; die Söhne sind unblutige Meßopfer.