Druckschrift 
11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
57
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Das Vorige schrieb ich für Eltern, die gern scherzenmit kindlichem Glück; ich will jetzt ans ihrem nnd meinemScherz Ernst machen. Ich frage euch erstlich über euer Recht,moralischen freien Wesen die Neigungen oder gar den Scheinderselben vorzuschrciben, nnd durch Eine Machthandlnng dengiftigen Blei-Zepter über ein ganzes freies Leben anszustreckcn.Eure zehn Lehrjahre des Lebens mehr machen so wenig einenUnterschied in der gegenseitigen Freiheit als Talent oder seinMangel. Warum befehlt ihr denn Töchtern nicht eben so gutFreundschaft aus Lebenslang? Warum übt ihr bei der zweitenEhe nicht dasselbe Recht? Aber ihr habt eben keines zu ver-werfen, ausgenommen in der minorennen Zeit, wo das Kindnoch keines hat, zu wählen. Oder fordert ihr für die Erzie-hung zur Freiheit beim Abschiede als Ehrensold das Opfer derFreiheit? Ihr thut, als hättet ihr erzogen, ohne selber er-zogen zu sehn, indeß ihr blos eine schwere geerbte Schuld, dieihr an eure Eltern nie bezahlen könnt, an eure Kurier ab-tragt; und ich kenne hierin nur Einen unbezahlten Gläubiger,den ersten Menschen, nnd nur Einen insolventen Schuldner,den letzten. Oder schützet ihr euch noch mit dem barbarischenunmoralischen römischen Vorurtheil, das Kinder als weißeNeger der Eltern feilbietet, weil die frühere erlaubte Gewaltüber das nicht-moralische Wesen sich hinter der Allmäligkeitseiner Entwicklung unbemerkt als eine über das moralischeherüberschleicht?

Dürft ihr aus Liebe Kinder zu ihrem Glück, so dürfensie später eben so gut ans Dankbarkeit euch zu eurem zwingen.Aber was ist denn das Glück, wofür sie ihr ganzes Herz mitallen seinen Träumen wegwerfcn sollen? Meistens eures;eure Beleuchtung und Bereicherung, eure Feind- und Freund-