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Sie gingen hinab. Im Zimmer, das an Liancns ihresstieß, fanden sic ihr Pianosorte offen. Wahrlich das war's,was dem Grafen fehlte. In der Leidenschaft (sogar im bloßenFeuer des Kopfes) greift man weniger nach der Feder als nachder Saite; und mir in ihr gelingt das musikalische Phanta-sircn besser als das poetische. Albano setzte sich — indem erder Tonmnsc dankte, daß cs vier und vierzig Ausweichungengebe — mit dem Vorhaben an die Tasten, nun eine musika-lische Fcnertrommcl zu rühren und wie ein Sturm in die stilleAsche zu brausen und ein Helles Funken-Heer von Tönen auf-znjagcn. — Er that's auch, und gut genug und immerbesser; aber das Instrument sträubte sich. Es war für eineweibliche Hand gebanct und wollte nur in weiblichen Tönen,mit Lauten - Klagen reden, als eine Freundin mit einerFreundin.
Karl hatt' ihn nie so spielen gehört und erstaunte überdie Fülle. Aber die Ursache war, der Lektor war nicht da;vor gewissen Menschen — und darunter gehörte dieser —ge-friert die spielende Hand, so daß man nur in einem PaarBlechhandschnhcn hin und her arbeitet; und zweitens, voreiner Menge spielt sich's leichter als vor Einem, weil dieserbestimmt vor der Seele haftet, jene aber zerflossen. Und nochdazu, beglückter Albano! du weißt, wer dich hört. — DieMorgenluft der Hoffnung umflattert dich in Tönen — daswilde Jugcndlcben schreitet mit rüstigen Gliedern und lautenSchritten vor dir aus und ab — das Mondlicht, von keinemirdischen groben Lichte verunreinigt, heiligt das tönende Zim-mer. —- Lianens letzte Gesänge liegen vor dir aufgeschlagcn,und der anrückende Mondschein kann dich sie bald lesen lassen