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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
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ich gleich stein Unglück wollte, so hätt' ich doch die Absichtnicht hoben sollen, den Vater und die Braut zu sehen. Achwer kann denn sagen im vielfach verworrenen Leben: ich binrein. Das Schicksal hält uns (fuhr er auf der Treppe fort)im Zufälle den Vcrgrößcrungsspiegcl unserer kleinsten Verzer-rung vor Ach über dem leisen leeren Wort, über sanftenKlängen steht eine stille bedeckte Höhe, aus der sie einen Un-geheuern Jammer auf das Leben herunter ziehen.*)"

Schäle dich nur zuvörderst aus dem Hunds-Meinauheraus" sagte Vult sanfter, als sie ins stille von Mondlichtgefüllte Zimmer traten. Schweigend hob der Notar denKotzebncschen Zuckerguß wie ein Strom sein Eis, that sauftden Uebcrrock und Koadjutor-Hut ab, und strich die Lockenwieder aus. Als Vult im Mondlicht dem betrübten Schelmdas dünne Nankingröckchcn wie einen Gehenkten am Aufhäng-bändchcu hinlangt', und er es überhaupt überlegte, wie lächer-lich der Bruder mit dem Korkwamms der Verkleidung auf demTrocknen sitzen geblieben: so dauerte ihn der getäuschte stilleMensch in seinen weiten Steissticfcln unsäglich und ihm brachmitten im Lächeln das Herz in zwei Stücke von Thränenentzwei.Ich will dir sagt' er, sich hinter ihn wie hinterein Schicßpferd stellend das Zöpflein machen. Nimmaber das Zopfband zwischen die Zähne; das eine Ende."

Er that's fast verschämt. Als Vult gar das weicheKräuselhaar unter die Finger bekam und den brüderlichenRücken vor sich hatte der sehr leicht den Menschen aufeinmal todt, fern und abwesend darstellt und durch dieseLinienpcrspektive des Herzens das fremde mitleidig bewegt: so hielt er dem Kopfe den Zügel des Haares ganz kurz

*) Ein Wort, ein Glockcnton reißt oft die Lauwine ins Fallen.