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ich gleich stein Unglück wollte, so hätt' ich doch die Absichtnicht hoben sollen, den Vater und die Braut zu sehen. Achwer kann denn sagen im vielfach verworrenen Leben: ich binrein. Das Schicksal hält uns (fuhr er auf der Treppe fort)im Zufälle den Vcrgrößcrungsspiegcl unserer kleinsten Verzer-rung vor — Ach über dem leisen leeren Wort, über sanftenKlängen steht eine stille bedeckte Höhe, aus der sie einen Un-geheuern Jammer auf das Leben herunter ziehen.*)"
„Schäle dich nur zuvörderst aus dem Hunds-Meinauheraus" sagte Vult sanfter, als sie ins stille von Mondlichtgefüllte Zimmer traten. Schweigend hob der Notar denKotzebncschen Zuckerguß wie ein Strom sein Eis, that sauftden Uebcrrock und Koadjutor-Hut ab, und strich die Lockenwieder aus. Als Vult im Mondlicht dem betrübten Schelmdas dünne Nankingröckchcn wie einen Gehenkten am Aufhäng-bändchcu hinlangt', und er es überhaupt überlegte, wie lächer-lich der Bruder mit dem Korkwamms der Verkleidung auf demTrocknen sitzen geblieben: so dauerte ihn der getäuschte stilleMensch in seinen weiten Steissticfcln unsäglich und ihm brachmitten im Lächeln das Herz in zwei Stücke von — Thränenentzwei. „Ich will dir — sagt' er, sich hinter ihn wie hinterein Schicßpferd stellend — das Zöpflein machen. — Nimmaber das Zopfband zwischen die Zähne; das eine Ende."
Er that's fast verschämt. Als Vult gar das weicheKräuselhaar unter die Finger bekam und den brüderlichenRücken vor sich hatte — der sehr leicht den Menschen aufeinmal todt, fern und abwesend darstellt und durch dieseLinienpcrspektive des Herzens das fremde mitleidig bewegt:— so hielt er dem Kopfe den Zügel des Haares ganz kurz
*) Ein Wort, ein Glockcnton reißt oft die Lauwine ins Fallen.