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gerade in der Noth am liebsten, ja sie wecken durch Mitthei-len fremde Seelen zu gleicher Theilnahmc und finden wahrenGenuß in fremden Thränen — denn so viel vermag die Tu-gend durch Uebung — so wie etwa der Zaun-König nielustiger springt und singt als vor Ncgenwctter. Mendelssohn,der das Mitleid unter die vermischten Empfindungen bringt,hält eben darum reine für weniger schmackhaft.
Nur den Notar traf die bittere Ausnahme, daß ihn dasDoppel-Unglück des Paares glühend durchstach und durchgrub— ob ihn gleich ein guter Engel nicht auf den Argwohnfallen ließ, ob nicht sein an den Vater übergebener Brief dasScheidungsdckret geworden; — indeß setzt' er sich mehr anKlothars als an Wina's Stelle und stieg in die Brust desJünglings hinein, um von dort aus recht um die blühendeBraut zu trauern, und in Klothars Namen an nichts zudenken als an das geliebte Mädchen.
Er kam traurig im Wirthshaus zum Wirthshaus au.Vult war noch nicht da. Die kurze Zeit hatte schon mancheswieder mit ihrer Sichel abgemäht — erstlich vom blühendenHerrnhutischcn Gottesacker daS Grummet — zweitens amWirthshaus ein Vergißmeinnicht und Jelängerjelieber der Er-innerung, nämlich die ausgebrochene Abendwand, wovor ermit dem Bruder gegessen, war zugemauert. Vult kam. MitFlamme und Rührung flogen beide einander zu. Walt be-kannte, wie er geschmachtet nach Vultcn, wie er die Geschichteder Abwesenheit verlange, und wie sehr er eines Bruders be-dürfe, um das Herz voll vermengter Gefühle in das verwandtezu gießen. Der Flötenspieler wollte seine Geschichte zuletztberichten, und begehrte die fremde zuerst. Walt that's, erzählterückwärts, erstlich Raphaelens Erzählung — aber so wie er