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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
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262
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No. 30. Mißpickel aus Sachsen

Gespräch über den Adel.

Der Notar verlor jeden Tag seinen Bruder einmal. Erkonnte dessen Verschwinden nicht fassen; die Sonncnfinsternißdes Schmollgeistes war ihm eine unsichtbare. Bald hielt erihn für ersoffen bald für verreiset bald für entlausenbald für beglückt durch ein seltenes Abenteuer. Er suchte denzweimal besiegelten Brief mit der Unsichtbarkeit zu kombini-ren und rechnete einige Hoffnung heraus. Immer macht' erdie Betrachtung, wie wenig auch die besten Gewinn- undVerlust-Rechnungen von der Zukunft in der dunkeln Nechen-kammer, die uns verhangen ist, bestätigt werden! Welchefreudige glänzende Bilder hatt' er sich nicht schon weit inseine Zukunft hineingestcllt, welche Bilder davon, wie er mitseinem Bruder in täglicher Auswechselung wachsender Empfin-dungen und Ideen und Bekanntschaften leben und mit weni-gen Freimäucrer - Zeichen der Verwandtschaft den Grafen inden feurigen Bund hinein ziehen werde, indeß aus allennichts wurde, als die gedachte Betrachtung! Aber schonbei dem peloponnesischen Kriege und überhaupt in derGeschichte der Völker sowol als seines Lebens- hatt' erzuerst bemerkt, daß in der Geschichte was sie einem allesmotivirenden Dichter der Einheit ordentlich zum Ekel machtso unendlich wenig Systematisches in Leid oder Freude vor-falle, und daß man eben darum bei der falschen Voraussetzungeiner trüben oder lichten Konsequenz seine oder fremdeZukunft so schlecht errathe; denn überall werden im histori-