aber da er's sei, so lass' cr lieber nicht." — Einige Schattenvon inncrn Wolken flogen über sein Gesicht. Walt sah zumerstcnmale einen geliebten Menschen, noch dazu einen Mann,in verhehlter Bekümmerniß — und die fremde besiegte wnrd'in ihm eine siegende. Eigennützig war' es jetzt, dacht' er, nurdaran zu erinnern (wie cr anfangs gewollt), daß cr denBrief gefunden und gegeben; desgleichen wahrhaft grob, nurdarnach zu fragen, ob der Schwiegervater solchen ausgehän-digt. Beim Abschied wollte der Graf ihm etwas härteres indie Hand drücken als seine eigne. „Nein, nein," stotterteWalt. „Meine Verbindlichkeit, sagte der Graf, ist dieselbe,Freund." — „Ich nehme nichts an, als die Anrede!" sagteWalt, wnrd' aber wegen seines Ideen-Sprungs wenig ver-standen. Klothar drang verwundert und halb beleidigt inihn. „Aber>meinen Bogen nähm'ich gern" sagte Walt, weiles ihm so wohl gethan, darauf zu schreiben: ich Jonathan vonKlothar. — „H. Graf, sagte Knol, der Bogen gehört woluns 7 Erben, schon wegen der Rasur;" und wollt' ihn neh-men. „Sie sei ja cingcstanden, o Gott!" sagte Walt erzürntund behauptete den Bogen — ein zorniger Tropfe und Blickentbrannt' in seinen blauen Augen — diesen zu entschuldigen,drückt' er eilig Klothars Hand und floh davon, um sich zutrösten und andern zu vergeben.
„Ach, dacht' er unterwegs, wie weit ist's von einem ähn-lichen Herzen zum andern! Ucber welche Menschen, Kleider,Ordcnssterne, Tage geht nicht der Weg! Jonathan! ich willdich lieben, ohne geliebt zu werden, wie ich deine Winaliebte; es ist mir vielleicht möglich; aber ich wünschte dochdein Portrait."