211
Klothar fragte: Was soll gedachter Verstand dabei sehn?
Glanz äußerte: „die Ursache."
Jener entgegncte: „jede künstliche Ordnung, z. B. imKörperbau, erklären Sie doch jetzt ans blinden Kräften, nichtaus einer fremden Schöpfung, diese Kräfte wieder aus blin-den, und wo wollen Sie denn in der durchaus mechanischenEndlichkeit mit dem Blitze der Geistigkeit cinschlagcn?" —
Glanz äußerte spät darauf: eine hübsche eingeschränkteMonarchie wie in England sei wol am besten für jeden.
Klothar versetzte: „nur nicht für die Freiheit. Warumhatten nur meine Voreltern die Freiheit, sich Gesetze zu wäh-len, und ich nicht? Wohin ich fliehe, find' ich schon Gesetze.Das Ideal eines Staats wäre, daß die kleinsten Föderativ-staaten, die sich immer freie Gesetze geben, sich in Födcrativ-Dörfer — dann in Föderativ-Häuser — und zuletzt in Fö-dcrativ-Jndividucn zcrfälletcn, die in jeder Minute sich einneues Gesetzbuch geben könnten. "
Glanz äußerte, durch kleinere Staaten würden freilicheher die Kriege aufhören.
Klothar versetzte: „gerade umgekehrt. An mehreren Ortenzugleich und häufiger in der Zeit entständen sie. Soll aufder ganzen Erde der Krieg aushören: so muß sie in zweiungeheure Staaten sich getheilt haben; davon muß der eineden andern verschlingen, und dann bleibt im einzigen Staateauf der Kugel Friede, und die Vaterlandsliebe ist Menschen-liebe geworden."
Glanz glaubte beim Dessert wenigstens so viel äußern zudürfen, daß cs gut sei, daß die Aufklärung den Hexcnglaubenvertrieben.
Klothar entgegncte: „noch nicht einmal untersucht hat
14 *