ich Bettler demüthig gegen den zweiten Bettler sehn soll; —und ist er gar stolz, so Hab' ich ja einen zweiten Vorzug vorihm, die Dcmnth."
Es wurde ein schöner Satz aus Glänzens gedrucktenReden angeführt: daß die Kinder für Geringschätzung desAlters die vergeltende Strafe gewiß von ihren eigenen Kindernempfangen würden.
Klothar entgcgnctc: „folglich hat das gering geschätzteAlter auch einmal gering geschätzt; und es geht ins Unend-liche, oder man kann die Strafe erhalten ohne die Sünde."
Glanz äußerte, wie leicht das Gcdächtniß zu überla-den sei.
Klothar cntgegnete: „das ist blos unmöglich. Ist dennetwas zu behalten, eine Beschwerde für Gehirn oder Geist!Verspürt ein Mann den Schatz, den zwanzig Jahre Leben inihm niederlegten, wol an seinem Gcdächtniß, als wäre diesesbelasteter als in der Jugend? — Aber ferner: der Bauerträgt eben so viele Ideen in seinem Gcdächtniß als der Ge-lehrte, nur andere, Sachen, Bäume, Aeckcr, Menschen. Ueber-ladung des Gedächtnisses kann also nichts heißen als ver-säumte Kultur anderer Kräfte."
Glanz äußerte, man könne bei den Endabsichten leicht sichVoltairens Spotte aussetzcn, daß die Nase für die Brillegeschaffen sei.
Klothar versetzte: „Und das ist die Nase auch: sobaldalle Kräfte einer Welt berechnet wurden, mußte auch die Kraftin Anschlag kommen, Gläser zu schleifen."
Glanz äußerte: er sei ja dafür und finde in allen seinengedruckten Reden in der künstlichen Wcltordnung einen unend-lichen Verstand.