Druckschrift 
13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

190

ihn zum Stimmen desselben hin, um sich das Vergnügen sei-ner Gesellschaft etwas zu verlängern, dürf' aber gewiß bei derTestamentscxekuzion darauf antragen, daß das Kompagnie-Instrument und also jeder Stimm-Fehler für zwei gelte,wobei ja H. Harnisch genug an Zeit und Mühe erspare undgewinne."Wahrlich, versetzte Walt, ich wollt', es wäreRecht, ich fragte nichts darnach." Harprecht drückte ihm dieHand, und sagte, einen solchen jungen Mann hätt' er längstzu finden gewünscht; und alle gingen.Eben jetzt, sagteHarprecht unterwegs, ist Tanz- und Klavierschule bei Knolund alle meine Töchter."

Es wird nicht unter der Würde der Geschichte seyn, hieranzumerken, daß Harprecht und Knol sich ein einziges Spinettals eine Finger-Tenne und Palästra für ihre Jugend undderen parziclle Gymnastik, ein passives Hammerwerk für ihraktives, gemeinschaftlich bestanden von einem alten Kanzellisten,und daß das Spinett altcrnirend von einem Semester zumandern in den Häusern beider Dioskuren stand. Harprechthatte sogar den (Rums und IVIt-icliiiAsr aus der Gymnasiums-bibliothek für die gallischen Stunden seiner Töchter geborgt,und sagte, er schäme sich dessen gar nicht.

Der kürzere Weg zum Fiskal ging durch grüne, rothe,blaue, bunte Gärten, denen der Vor-Herbst schon die Früchtefärbte vor den Blättern; und Walt, dem die Vesper-Sonneso warmfrcundlich ins Angesicht fiel, sehnte sich in den Abend-Glanz hinaus. Wären Sie im Stande, sagte Harprecht, soauf der Stelle ein Gedicht in Ihrer neuen Gattung, die manso lobt, auf was man will, zu machen? Etwa ein Gedichtüber die Dichter selber, z. B. wie sie glücklicher Weise sohoch stehen aus ihrer fernen idealischen Welt, daß sie von der