vor grüne Bänke der Aussichten >— und überall flog ihm einBlumenkranz aus den Kopf oder ein Sommervogcl ans Herz,nämlich wahre Freuden, weil er überall ein Beet erblickte,woraus, wie er dachte, sein künftiger Freund sich einige Blu-men oder Früchte des schnellen Lebens-Frühlings ausgezogcn.„Der edle Jüngling kann— sagte Gottwalt an den verschie-denen Plätzen — wol auf dieser Bank lang der Abendröthenachgesehen haben — in diesem Blütcndickicht dämmernde Her-zens-Träume ausgesponncn — auf dem Hügel wird er anGott gedacht haben voll Rührung. — Hier neben der Statue,o wenn er hier könnte die sanfte Hand seiner Geliebten ge-nommen haben, falls er eine hat — wenn er betet, that er'sgewiß in diesem mächtigen Hain."
Es gab wenige Bänke im Park, worauf er sich nichtniedersetztc, voranssetzend, Klothar habe früher da gesessen. —>„Der englische Garten ist göttlich — sagt' er abgehcnd zumstillen Gärtner an der Pforte — Abends erschein' ich gewißwieder, liebster Mann."
Er machte auch zur versprochncn Zeit die Gartcnthüreans. In der Villa war Musik. Er verbarg sich und seineWünsche in die schönste Grotte des Parks. Ans der Fclscn-wand hinter ihm drangen Quellen und überhängcnde Bäume.Vor ihm goß der glatte Fluß seinen langen Spiegel durch einAucn-Land. Windmühlen krcisctcn »»gehört ans den sernenHöhen um. Ein sanfter Abcndwind wehte das rothc Sonnen-gold ans den Blumen höher um die Hügel. Eine weiblicheStatue, die Hände in ein Vcstalinnen-Gewand gehüllt, standmit gesenktem Haupte neben ihm. Die Töne der Villa hin-gen sich wie Helle Sterne ins Quellen-Rauschen und blitztendurch. Da Gottwalt nicht wußte, welches Instrument Klothar
Jean Maul's ausgew. Werke. XIII.