ter nichts, die Nässe. Und ist's Nacht, so sitzt man nur iueinem kühlern Schatten, von wo aus man den Tag deutlichsieht am nördlichen Horizont und an den süßen warmenHimmels-Sternen. Wohin ich nur blicke, so find' ich meinliebes Blau, am Flachs in der Blüte, an den Kornblumen undam göttlichen unendlichen Himmel, in den ich gleich hinein-springen möchte wie in eine — Kommt man nun wiedernach Hause, so findet sich in der That frische Wonne. DieGasse ist eine wahre Kinder-Stube, sogar Abends nach demEssen werden die Kleinen, ob sie gleich sehr wenig anhabcn,wieder ins Freie gelassen, und nicht wie im Winter unter dieBett-Decke gejagt. Man isset am Tage und weiß kaum, woder Leuchter steht. Im Schlafzimmer sind die Fenster Tagund Nacht offen, auch die meisten Thüren, ohne Schaden.Die ältesten Weiber stehen ohne Frost am offnen Fenster undnähen. Ueberall liegen Blumen, neben dem Dintcnfaß, aufden Akten, auf den Scssions- und Ladentischen. Die Kinderlärmen sehr und man hört das Rollen der Kegelbahnen. Diehalbe Nacht geht man in den Gassen auf und ab und sprichtlaut, und sieht die Sterne am hohen Himmel schießen. Sel-ber die Fürstin geht noch Abends vor dem Essen im Parkspazieren. Die fremden Virtuosen, die gegen Mitternacht nachHause gehen, geigen noch auf der Gasse fort bis in ihr Quar-tier und die Nachbarschaft fährt an die Fenster. Die Extra-posten kommen später und die Pferde wiehern. Man liegt imLärm am Fenster und schläft ein, man erwacht von Posthör-nern, und der ganze gestirnte Himmel hat sich aufgethan. OGott, welches Freuden-Leben auf dieser kleinen Erde! Unddoch ist das erst Deutschland! Denk' ich vollends an Welsch-land! — Goldine, dabei Hab' ich noch die tröstende Aussicht,
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